Donnerstag, 23. Dezember 2010

"Einmal werden wir noch wach,..."

Es war etwas still hier in den letzten zwei Wochen.
Auch hier steht Weihnachten vor der Tür und es wollten noch verschiedene Dinge erledigt werden.

Eigentlich,......
eigentlich mag ich keine Wolle aus Australien und Neuseeland kaufen. Zuviel negatives habe ich über die Schafhaltung dort schon gelesen. Wenn ich nicht die eigene Wolle verarbeite so versuche ich deutsche oder europäische Wollen zu bekommen. Ich kaufe ja auch kein Lammfleisch aus Neuseeland,...
Aber so Viele schwärmen von BFL (Blue Faced Leisester) und ich wollte die mal ausprobieren. Habe nur neuseeländische gefunden. Gibt es die (englische!) Schafwolle nicht auch aus europäischer Produktion?

Ja, ich gebe zu: Sie ist kuschelweich,............


Ich habe ein Strinband gestrickt, mit verschlungenen Zöpfen. Es sieht schön aus, muß aber noch ins "Badewasser". Vermutlich wird es noch Stulpen dazu geben, oder einen Cowl.

Meine Werkstatt habe ich aufgeräumt und auf dem "Großen" wird momentan direkt-gezettelt.
Den Lervad habe ich teilweise neu verschnürt. Leider habe ich beim Abbau nicht genau geschaut und nun sind doch Litzen verrutscht und ich muss sie neu sortieren.
Das ist eine total blöde und unnötige Arbeit.


So nun wünsche ich Allen die den Weg auf meine Seite finden

Frohe und gesegnete Weihnachtsfeiertage und die besten Wünsche für das neue Jahr

Liebe Grüße
Silvia

Montag, 13. Dezember 2010

Weihnachtsmarkt

So, das Wochenende ist vorüber:


Wir hatten eine schöne Hütte und der Markt kann als Erfolg verbucht werden. Es waren nette Leute, das Wetter hat soweit gepasst und die zwei Tage waren Mega angstrengend. Die Arbeit unserer Bienen wurde belohnt.
Aus dem Hand-Werk habe ich Sockenwolle verkauft und Baby Schuhe. Die Webwaren haben Bewunderer gefunden aber keine Käufer. Es liegt sicher auch an der "Auswahlmenge". Ich habe ja nur Einzelteile - Unikate die ich im Prinzip für mich herstelle, also in meinen Farben. Mancher hätte sich einen anderen Farbton gewünscht, aber letztendlich war es bei den meisten den Preis. Für mich ist das O.K., denn ich habe die Waren nicht extra zum Verkauf gewoben - ich bin nicht enttäuscht, bestätigt würde ich sagen.
Ich hatte auch einige Vliese dabei um zu zeigen was man aus heimischer Wolle herstellen kann - vom Teppich zum feinen Schal. Das hat viele erstaunt was aus heimischer Schafwolle hergestellt werden kann.

Ich denke der Weg den die Handweberei gehen wird - wie ist das in anderen Regionen Deutschlands? - ist sicher nicht über den Verkauf der Produkte. Eine angemessene Bezahlung der Produkte wird es nicht geben. Vermutlich wird es Weber geben die ihre Niesche gefunden haben - aber gibt es Weber die von ihrem Beruf / Berufung leben können? Ich werde weiter meine Produkte zeigen um dieses schöne Handwerk am leben zu halten.


Neben bei bemerkt:
Eine Anbieterin hatte handgestrickte Socken aus gesponnener Wolle für 7,50 € zum Verkauf!

Sonntag, 5. Dezember 2010

2. Advent


Ich wünsche allen einen schönen 2. Adventsonntag

Freitag, 3. Dezember 2010

Ist so kalt der Winter,....

Seht wie kalt es hier ist - ich bin ein Weichei - bin bemüht das Haus nicht vor 9 Uhr zu verlassen,...


Leider ist der Webstuhl Kälte-Heiztechnisch noch verwaist: Wenn ich nur eine oder zwei Stunden Zeit habe lohnt es nicht einen 70 qm Raum zu heizen und bei 8 °C (oder weniger) mag ich keine Kette schären.

So habe ich gesponnen - in der warmen Stube



Und was wichtiger ist - ich habe meine Restewolle sortiert:
Es fällt mir immer schwer mich zu trennen - man/frau könnte das ja schließlich noch brauchen und ausserdem hat man/frau sich beim Spinnen mühe gegeben,.....

Einiges habe ich schwerzen Herzens "begraben" , was für Mustersocken beseite gelegt und was nun noch übrig ist gibt Baby-Schühchen.

Sonntag, 28. November 2010

1. Advent

Die Kette für das neue Web-Projekt ist fast gestartet - alles hergerichtet.
Meine Werkstatt ist riesig groß und wird mit einem Kaminofen geheizt. Wenn ich nur eine knappe Stunde Zeit habe lohnt es sich nicht zu heizen, aber um zu arbeiten ist es mir zu kalt. Weichei.

Es gibt auch so eine Menge zu tun - aber ich habe beschlossen einen Gang runter zu schalten und mich nicht hetzen zu lassen. Wer mich hetzt? ICH
Gestern habe ich Brot gebacken. Unser Backhaus ist nun fast fertig - es fehlen nur noch die Türe und der Außenputz (der aber bis nächstes Jahr warten muß).
Und weil es ein so schöner Wintertag war haben wir ein Lagerfeuer (das ist in der Nähre vom Backhaus) angezündet und mit Freunden eine schönen abend/nacht bei Glühwein, Leberkäse und Fladenbrot verbracht.

Ein Lagerfeuer im Winter, bei Minusgraden, ist einfach wunderschön. Die Wärme spüren, das Licht,...


Ich wünsche euch allen eine schönen und geruhsamen Adventssonntag



Weihnachtswichtel am Fenster

Donnerstag, 25. November 2010

Mosi hat was zu zeigen

 Das erste mit dem Moswolt gesponnene Garn.

Ich bin zufrieden mit dem Kauf. Das Rad lässt sich gut einstellen und kann dick und dünn spinnen.

Einzig ein neuer PU Antriebsriemen muß besorgt werden. Der Alte war porpös und ich hatte nur eine relativ dicken Gummi-Riemen auf Lager.
Die Wolle ist Bergschaf braun mit hellem Violett verzwirnt. Ich mag lila nicht so gerne, aber in dieser Mischung sieht das Ganze ganz gut aus.





















Und einen Hut gab's auch noch.

Der Hut wurde in brauner (wie Hut Nr. 1) gearbeitet und mit rot im fertigen Zustand gefärbt. Das Garn wurde etwas dünner gesponnen und auch die Krempe etwas anders gearbeitet. Man sollte es nicht glauben, aber es verleiht dem Hut einen ganz anderen Look.


Sonntag, 21. November 2010

Der Dritte - und?



So das ist der dritte und letzte Schal aus der Serie. Mit dem bin ich recht zufrieden - keine Unterschüsse. Das geübte Auge erkennt im unteren Bild natürlich den Fehler (falsche Trittfolge). Aber damit kann ich leben. Er darf mit zum Weihnachtsmarkt.
Auch hier habe ich rot in rot gewählt. Der Schuß wurde doppelt genommen und besteht aus zwei unterschiedlichen Rottönen. Die Farben sind leuchtend aber dennoch warm.

Und?
Nun habe ich noch etwas zu berichten.
Gestern in der Tageszeitung war eine Anzeige: "Verkaufe Lervad Hauswebstuhl und Mosowolt Spinnrad". Eigentlich wollte ich nur das Spinnrad und an den Handschützen war ich interessiert.

Das Moswolt Spinnrad ist nun bei mir eingezogen. Es läuft prima, hat nur ein wenig Öl gebraucht, denn es stand in den letzten paar Jahren sozusagen im "Winterschlaf".



















Gekauft habe ich auch den Webstuhl.
Der ist im Moment noch abgebaut im Auto und wird hoffentlich heute noch aufgestellt.
Er ist leider breiter als gewünscht. Aber ich stelle ihn vorerst auf - Bilder folgen dann.

Ich möchte auf jeden Fall ein Webstück darauf weben und ihn dann doch wieder verkaufen, oder tauschen,....
Mein Wunschwebstuhl wäre: etwa 1 m Webbreite, Kontermarsch, mind. 4 Schäfte und 6 Tritte, mehr erwünscht und er paßt ohne abzubauen in den VW-Bus!
Webstuhl-Bericht folgt,...

Donnerstag, 18. November 2010

Nr. 2

Schal Nr. 2 ist befranst und gewaschen.
Kette wie Nr. 1, aber andere Trittfolge und ohne Tabby
Schuß ist selbst gesponnen: Schwarzkopfwolle mit Ramie kardiert

Der Schal ist nicht so weich wie der erste, fällt aber schön. Er sieht natürlich nicht so "elegant" aus wie Nr. 1



Man sollte nicht meinen, dass beide aus der selben Kette sind,
aber wartet auf Schal Nr. 3 - der ist mein absoluter Favorit :)

Und weil man wenn's kalt wird auch was auf dem Kopf braucht, gibt's noch eine strickgefilzten Hut.
Da Singlegarn wurde auf dem Country Spinner gesponnen - es ist gut geworden



Die Krempe hätte nicht so groß werden sollen, aber er sieht getragen toll aus. Und ich behaupte der trotzt jedem Winterwetter. Ich schwanke noch ober er rot werden soll? Vielleicht stricke ich noch einen und Färbe den. So wird's enden.

Dienstag, 16. November 2010

Roter Schal Nr. 1

Der erste von drei Schals hat gedrehte Fransen und alle Fäden sind versäubert. Es dieser welcher mit den doofen Unterschüssen.

Die langen Unterschußfäden habe ich durchgeschnitten und versäubert, aber es sind noch genügend (es ärgert micht immer noch) die man sieht. Vor allem ganz am Anfang - als ich das noch nicht bemerkt hatte.

Getragen sieht man das aber nicht - wohl weiß des die Weberin aber.
Das Licht beim Fotografieren war schlecht, die Farben sind in Wirklichkeit matt glänzend und leuchtend - werde morgen bei Tageslich noch einmal fotografieren.







Am Besten hat bei den folgenden Schals das Besprühen mit Reisstärke (in Wasser gekocht) funktioniert. Gekaufte Bügelstärke war nicht ganz so gut.
Morgen kommen die Fransen von Schal Nr. 2 dran.

Sonntag, 14. November 2010

Kissen

Aus der gleichen Kette ( Lila-Mützen) wurde mit einem anderen Garn und einer anderen Trittfolge dieses Muster. Ich habe mich entschieden zwei schöne große (50 x 50) Kissen daraus zu machen. Der Rücken ist einfarbig, sonst hätte der Stoff nicht für zwei Kissen gereicht.


Ich hatte noch einen grünen gewobenen Wollrest (war auch ein Versuch aus einer Restkette). Der wurde in der Waschmaschine gewalkt und daraus wurde eine Tasche:

Sie ist mir etwas zu "wabbelig" obwohl sie gefüttert ist. Auf dem Bild ist sie noch nicht ganz fertig.

Mit dem Ergebnis bin ich noch nicht ganz zufrieden

Mal sehen ob mir noch was dazu einfällt









Gotlandwolle ist einfach so toll um zu "strickfilzen".

Den Hut habe ich schon eine Weile fertig. Die Passform war aber nicht so gut. Nun hat er ein elastisches Hutband bekommen und voila - jetzt sitzt er besser.

Fixiert habe ich das Hutband mit doppelseitigem Bügel-Saumband aus dem schwedischen Möbelhaus,...
Das hat super funktioniert

Mittwoch, 10. November 2010

Mützen

Ich bin im Moment - unter anderem - dabei Reste zu verwerten. So habe ich noch einen Rest handgewobenen Stoff:


Es sind sogenannte Pillbox-Mützen. Eigenlich wollte ich sie zum Nähen in Auftrag geben, denn erstens habe ich wenig Zeig, zweitens bin ich eine diletantische Näherin, drittens ist meine Nähmaschine ein Ärgernis,...
Aber es haben mir alle einen Korb gegeben. So habe ich eben selbst genäht. Weil ich keine gute Näherin bin muß ich immer ein Muster nähen und üben. So entstand aus einem alten Pullover die graue Mütze. Der Lila-Stoff ist von mir gewoben. Kette Baumwolle, Schuß feines zartes Wollgarn.

Dann habe ich noch zwei Stoffreste aus einem missglückten "Jankerprojekt". Den habe ich nun bei 60°C in der Waschmaschine gewalkt.


Was daraus werden soll weiß ich noch nicht. Aus dem Grünen könnte eine Tasche werden? Aus dem beigen (übrigens Coburger Fuchs) könnten Topfuntersetzer werden? Oder ein Sitzkissen?

Weil der Walkstoff so dick ist habe ich Probleme beim Nähen. Meine Nähmaschine (Marke mit P.....), die nicht alt ist, war schon zwei mal für teuer Geld in der Reparatur und sie näht immer noch nicht so wie ich mir das Vorstelle.

Wer hat gute Erfahrung mit welcher Nähmaschine?


In meiner Werkstatt steht eine Tischtennisplatte und die ist Ideal zum Zuschneiden oder Auslegen und Spannen vom Schals. Im Moment wird die Platte als Zuschneidetisch benötigt, aber dann kommen die Schals von Webstuhl.

In der Zwischenzeit (abends und nachts) wird blaue Wolle für das nächste Projekt gesponnen



Und ob das dieses Jahr noch was wird - ich habe meine Zweifel:
Ich wollte doch zu gerne aus diesem Bouclee Waffelhandtücher weben











Unser Backhaus ist in Gebrauch

Aber noch nicht fertig. Die Festverglasung ist drin, und die elektrischen Leitungen sind verlegt. Da mein Mann alles selbst macht und er in der Regel lange arbeitet, zieht sich das noch etwas. Der Rest der Verputzarbeiten wird sicher erst nächstes Jahr erledigt werden können, denn der Winter steht vor der Tür und um 5 geht "das große Licht" aus.


Und für den Weihnachtsmarkt habe ich noch verschiedenes gemacht:
Honigsenf, Liköre abgefüllt, neues Rezept für Honigpunsch gemixt, Honig abgefüllt, Apfel-Honigessig abgefüllt,...

Und nun gehe ich wieder an die Arbeit,...




Donnerstag, 4. November 2010

Hilfe - lasst mich nicht unwissend

Ich war gestern beim "Web-Shopping". Habe mir ein neues Webblatt40/10 gegönnt.
Kettgarn für die nächste Decke
Baumwollbucle für Handtücher
Stoffstreifen für den nächsten Teppich

Ich hätte noch gaaaaaaaaaaaaaanz viel mehr einkaufen können, aber erst arbeite ich noch verschiedenes andere auf. Ich habe noch diverse eigen gewobene Stoffreste/-muster aus denen verschiedene Dinge werden sollen - dazu gibt's Bilder beim nächsten Post.

Aber nun zu meinem Aufruf: Lasst mich nicht unswissend. Ich fand nichts im Internet und auch in meinen Aufschrieben/Literatur habe ich nichts gefunden:

Kann mir jemand  erklären wie die  "Doppelbindung" funktioniert?

Ich weiß schon, dass bei dieser Webtechnik zwei Lagen gleichzeitig gewoben werden. Habe auch bei YouTube geschaut. Auf einem 4 SchaftWebstuhl habe ich zwei Schäfte die das Muster bilden und zwei die mein Gewebe "verbinden"?
Irgenwie so habe ich das verstanden - aber doch nicht so ganz begriffen??????????

Mein Singlegarn ist übrigens dank eines Tips doch noch zu meiner Zufriedenheit ausgefallen:
Ich habe es nochmal auf eine andere Spule laufen lassen entgegengesetzt der Spinnrichtung. Aber ich musste aufpassen, dass es nicht ganz aufgedreht wurde.
Danke für den Tip

Sonntag, 31. Oktober 2010

Versöhnung

Die Honigseife ist zwar nicht ganz optimal, aber durchaus gut. Sie ist nicht so dunkel geworden wie befürchtet und hat auch einen schönen Geruch. Nun darf sie erst einmal ruhen bevor sie gestempelt und verpackt wird.
Hat die Seife nicht schöne Herbstfarben?

Das blaue Singlegarn wurde gewaschen und zum Trocknen aufgehängt - mit Steinen zum Beschweren.

Wie üblich hat das Singlegarn zuviel Drall. Ich habe mich so angestrengt, aber als Singlegarn-Spinnerin bin ich wohl nicht so begabt.
Beim Weben ist das nicht ganz so tragisch, aber es ließe sich halt einfacher verweben ohne Drall.

Weiter üben,.....








Diesen kleinen Kerl habe ich heute mittag draußen gefunden,.....

Freitag, 29. Oktober 2010

Hand-Werk

Was die Hände so alles werken,......

6 Kg Seife hergestellt


Die Honigseife ist nicht zu meiner Zufriedenheit geworden. Wieder ist sie mir zu heiß geworden. Obwohl ich aufgepaßt habe und die Form in Eis gepackt habe, obwohl ich sie nach draußen gestellt habe. Der Honig wurde nach der Andickphase dazugegeben.

Was nützt mir eine Honigseife, bei der der Honig nur in Spuren vorkommt. Naja ich arbeite eben weiter daran.


Die blaue Seife ist "Lavendel-Schaf": Schafmilchseife mit Lavendelduft. Die ist tadellos geworden und mit obiger Eismethode auch nicht heiß.

Dann habe ich leckeren Vanille-Likör und Gewürz-Honig-Likör angesetzt


Und leckeren Honig-Apfel-Essig habe ich angesetzt












Ich weiß ja nicht wie ihr das alle macht, aber ich habe oft das Gefühl mir läuft die Zeit davon. Da sind so viele Dinge die einfach gemacht werden müssen und es bleibt manchmal kaum Zeit für die Dinge die ich machen möchte. Kostbar wie Perlen betrachte ich diese Stunden die ich einfach für mich ergattern kann - ohne Termine und Notwendiges im Nacken.

So und nun muß ich mich wieder auf den Weg machen,....

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Altsämische Gerberei

Vom Weben und Wirken kann ich leider nicht viel berichten, es war sonst viel zu tun und ich war unterwegs:

Bei eine Ausflug mit Führungen in Biberach an der Riß, konnten wir eine altsämische Gerberei besichtigen.


Gerberei Kolesch
 Es war beeindrucken zu sehen und zu riechen.
Beeindruckend auch was in früheren Jahrhunderten auch aus dem "Abfall" hergestellt wurde.

Die Gerberei Kolesch arbeitet nun in der 9. Generation wie bereits ihre Vorfahren.
Die Walkerei stammt aus dem 17. Jahruhundert und wird immer noch benutzt. Angetrieben durch Wasserkraft, mit Wasserrechten aus dem 17. Jahrhundert

Wer sich dafür genauer interessiert kann hier nachlesen.

Wir kamen auf unserer Führung in die "Wasserabeilung" der Gerberei. Hier werden die Felle/Decken in einer Grube, dem sogenannten Äscher eingeweicht mit ungelöschtem Kalk. Hier bleiben sie für 4 bis 6 Wochen. Haare, Keratin und Kollagenschicht werden abgelöst. Dann werden sie aus der Grube genommen und gewässert. Beim Abbau von Eiweiß in den Häuten entsteht Ammoniak. Der Geruch war eine Mischung von Nassen Häuten und vor allem Ammoniak. Bewunderung für die 9. Generation die diese Arbeit fröhlich zeigte. Der Junge Mann macht gerade seine Ausbildung. Es meinte so streng riecht es nur wenn die Felle aus der Grube kommen.
Es folgen weitere Arbeitsschritte die wir aber nicht sehen konnten, weil sie gerade nicht in Arbeit waren.
Das Wässer darf wie in früheren Jahrhunderten im Stadtbach erfolgen - denn es werden keine Chemikalien verwendet. Es sind keine speziellen Klärgruben etc. notwendig.

Ein weiterer Besichtigungspunkt war die Walkerei.
Die Felle werden mit Dorschtran gewalkt, getrocknet, gewalkt,... In einer Walkerei aus dem 17. Jahrhundert.





















Die Gerbung erfolgt durch den Tran. Es sind etwas 50 Arbeitsschritte notwendig, das Leder wird etwas 200 - 300 mal in die Hand genommen bevor es fertig zum Verarbeiten ist.

Das entstandene Material ähnelt eher Samt als Leder. Ich hatte schon viele Leder in der Hand, aber so etwas Schönes und weiches noch nie.
Diesem Beruf und speziell auch der Familie Kolesch die noch nach alter Väter Sitte arbeitet gehört meine Bewunderung.

Was mich noch fasziniert hat:
Früher (heute nicht mehr) wurde aus den abgeschabten Haaren verschiedene Produkte hergestellt:
Filz für Hausschuhe
Füllung für Schwimmreifen/Rettungsreifen (denn Haare schwimmen auf dem Wasser)
Füllung für Protektoren (z.B. Eishockey). Der Puck prallt einfach ab.
Nichts wurde einfach weggeworfen, nichts verschwendet.

Ein Beruf der vielleicht noch mehr wie die Weberei hier vom Aussterben bedroht ist. Gibt es so etwas wie eine rote Liste für vom Aussterben berohte Berufe?
Klingt jetzt doof formuliert - aber gibt es so was ähnliches?